Trotz rosiger Konjunkturaussichten will die US-Notenbank Fed noch länger am Niedrigzins festhalten.

Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beliessen den Leitzins am 18. März 2021 in der Spanne von 0% bis 0,25%. Zugleich gehen sie im Mittel davon aus, dass er auch bis Ende 2023 nicht erhöht wird. Dabei rechnen sie für 2021 mit dem kräftigsten Aufschwung seit den 70er Jahren, wenn das Hilfsprogramm von US-Präsident Joe Biden den Konsum ankurbelt und sich die Wirtschaft im Zuge der Impfkampagne aus dem Klammergriff der Pandemie löst.

Insbesondere der arg gebeutelte Arbeitsmarkt bereitet der Fed aber weiter Sorge: Rund zehn Millionen Amerikaner müssten wieder in Lohn und Brot gebracht werden, betonte Powell: "Das wird nicht über Nacht passieren." Die Notenbank sei noch immer weit von ihren Zielen entfernt.

Den Umfang ihrer monatlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar will die Fed trotz des erwarteten Booms daher noch so lange beibehalten, bis "substanzielle weitere Fortschritte" auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität erreicht sind.

Die Fed-Währungshüter erwarten im Mittel, dass die Arbeitslosenquote bis zum Jahresende auf 4,5% sinken und 2022 auf 3,9% zurückgehen wird. Zugleich soll das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Jahr um satte 6,5% zulegen, womit sogar das Wachstumsziel Chinas übertroffen würde. "Anders als in Europa sorgen der Erfolg der US-Impfkampagne und das eher überdimensionierte Konjunkturpaket dafür, dass die Geldpolitik sich jetzt zurücknehmen kann", kommentierte Ökonom Friedrich Heinemann vom Mannheimer ZEW. Für die US-Ökonomie zeichne sich für den Herbst bereits eine Überhitzungsgefahr ab.

Die Inflation war zuletzt noch gedämpft, doch erwarten Experten für die kommenden Monate einen spürbaren Anstieg. Für konjunkturellen Rückenwind sorgen nach Ansicht von Experten dann zudem die kräftig ins Rollen gekommene Impfkampagne, sinkende Infektionszahlen und das 1,9 Billionen Dollar schwere Konjunkturpaket. Powell betonte, dass diese Faktoren voraussichtlich nur zu einem vorübergehenden Anstieg des Preisauftriebs führen würden. Auch wenn die Inflationsrate so auf über 2% hochschnellen sollte, sei damit noch lange nicht die Voraussetzung für eine Zinserhöhung geschaffen. Dazu müsse sich die Teuerungsrate für einige Zeit über 2% festsetzen und überdies Vollbeschäftigung erreicht sein.

Quelle: cash.ch

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