Oxifina ordnet ein

Fact 1:
Preisstabilität ist das oberste Ziel der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die SNB definiert sie als eine jährliche Teuerung von unter 2%. Gleichzeitig will sie Deflation (anhaltenden Rückgang des Preisniveaus) vermeiden. Bei der Umsetzung ihrer Geldpolitik achtet die SNB auch auf die wirtschaftliche Entwicklung, um Rezessionen nicht unnötig zu verschärfen.

Fact 2:
Die Inflation ist in den letzten Monaten angestiegen. Für die Schweizerische Nationalbank bleibt die Lage anspruchsvoll: Während eine weiter steigende Inflation Zinserhöhungen rechtfertigen würde, könnten anhaltende geopolitische Unsicherheiten und eine schwächere Schweizer Wirtschaft Zinssenkungen notwendig machen.


Gut zu wissen:

Hypothekarnehmern mit SARON-Hypotheken sollten sich auf höhere Zinskosten einstellen. So gehen wir davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank den Leitzins in den nächsten Monaten erhöht und damit der Zinssatz für die SARON-Hypothek steigt. Nichtsdestotrotz: Die SARON-Hypothek bleibt günstig.

Medienmitteilung der Schweizerischen Nationalbank vom 24. September 2026Nationalbank belässt SNB-Leitzins unverändert bei 0%

Die Nationalbank belässt den SNB-Leitzins unverändert bei 0%. Sichtguthaben der Banken bei der SNB werden bis zu einer bestimmten Limite zum SNB-Leitzins verzinst. Der Zinsabschlag auf Sichtguthaben oberhalb dieser Limite beträgt unverändert 0,25 Prozentpunkte. Bei Bedarf ist die Nationalbank zudem bereit, am Devisenmarkt aktiv zu sein, um angemessene monetäre Bedingungen zu gewährleisten.


Die Inflation ist seit Juni weiter angestiegen. Dies ist in erster Linie auf die höheren Energiepreise zurückzuführen. Mittelfristig hat der Inflationsdruck nur leicht zugenommen. Die Geldpolitik ist angemessen, um die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und stützt die Wirtschaftsentwicklung.

Die Inflation nahm leicht zu, von 0,6% im Mai auf 0,8% im August. Diese Zunahme war auf einen Anstieg der Teuerung von Waren zurückzuführen, die im August erstmals seit Mai 2024 wieder im positiven Bereich lag. Zum Anstieg der Warenteuerung haben vor allem höhere Preise für Erdölprodukte beigetragen.

Gemäss der bedingten Inflationsprognose wird die Inflation im vierten Quartal noch etwas ansteigen, bevor sie im Verlauf des Jahres 2027 wieder zurückgeht. Dieser Rückgang ist darauf zurückzuführen, dass die aktuell deutlich erhöhte Teuerung bei der Energie in den kommenden Quartalen wieder sinken dürfte. Danach steigt die bedingte Inflationsprognose leicht an.

Im Vergleich zur letzten Lagebeurteilung liegt die Prognose in der kürzeren Frist höher. Dies aufgrund der höher als erwarteten Preise für Erdölprodukte. Auch mittelfristig liegt die bedingte Inflationsprognose leicht höher als im Vorquartal, was unter anderem die Abschwächung des Frankens widerspiegelt. Die bedingte Inflationsprognose befindet sich über den gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität. Im Jahresdurchschnitt liegt sie bei 0,7% im Jahr 2026, bei 0,8% im Jahr 2027 und bei 0,8% im Jahr 2028. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum 0% beträgt.

Die Weltwirtschaft wuchs im zweiten Quartal stärker als erwartet. Die Inflation liegt in vielen Ländern insbesondere aufgrund der gestiegenen Energiepreise über den Zielen der Zentralbanken. Die Leitzinsen wurden sowohl in der Eurozone als auch in den USA angehoben.

In ihrem Basisszenario geht die Nationalbank davon aus, dass die Weltwirtschaft über die kommenden Quartale moderat wachsen wird. Die Inflation dürfte noch einige Zeit erhöht bleiben.

Die Unsicherheit in Bezug auf das Basisszenario ist vor allem wegen der Situation im Nahen Osten weiterhin hoch. So könnten die Energiepreise deutlich höher zu liegen kommen als erwartet. Das würde die Inflation weiter erhöhen und das Wirtschaftswachstum merklich bremsen. Neben der Situation im Nahen Osten bleibt auch das handelspolitische Umfeld unsicher.

In der Schweiz wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) im zweiten Quartal ausserordentlich stark. Eine ungewöhnlich kräftige Entwicklung in der chemisch-pharmazeutischen Industrie führte dazu, dass das BIP die zugrundeliegende Wachstumsdynamik überzeichnete. Aber auch ohne diesen Effekt war das Wachstum solide und breit abgestützt. Gleichzeitig blieb die Auslastung insbesondere in der Industrie unterdurchschnittlich, während die Arbeitslosigkeit bis in den Frühsommer nochmals etwas anstieg.

Für die nächsten Quartale erwartet die Nationalbank ein moderates Wachstum. Vom Ausland dürften weiter Wachstumsimpulse ausgehen. Ausserdem wirken die Geldpolitik und die erfolgte Frankenabwertung stützend. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die Nationalbank aktuell ein Wachstum zwischen 1,5% und 2%. Für das Jahr 2027 erwartet die Nationalbank unverändert ein Wachstum von rund 1,5%.

Das Hauptrisiko für die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz sind Entwicklungen in der Weltwirtschaft. Insbesondere könnte sich die Lage im Nahen Osten weiter zuspitzen und die globale Wirtschaftsaktivität stärker bremsen. Auch das handelspolitische Umfeld und die Wechselkursentwicklung bleiben weiterhin Unsicherheitsfaktoren.

Quelle: snb.ch

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