Oxifina ordnet ein
Fact 1:
Preisstabilität ist das oberste Ziel der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Die SNB definiert sie als eine jährliche Teuerung von unter 2%. Gleichzeitig will sie Deflation (anhaltenden Rückgang des Preisniveaus) vermeiden. Bei der Umsetzung ihrer Geldpolitik achtet die SNB auch auf die wirtschaftliche Entwicklung, um Rezessionen nicht unnötig zu verschärfen.
Fact 2:
Die Inflation hat sich in den letzten Monaten auf einem Niveau um null Prozent stabilisiert. Nichtsdestotrotz hat die Situation im Nahen Osten zu höheren Energiepreisen geführt und die Marktzinsen steigen lassen. Die Schweizerische Nationalbank steht vor einer grossen Herausforderung: Erhöhung des Leitzinses, wenn die Inflation nachhaltig steigen würde – Zinssenkungen, wenn der Krieg länger andauert (und ausbreitet) und damit eine Rezession auslösen könnte.
Medienmitteilung der Schweizerischen Nationalbank vom 19. März 2026Nationalbank belässt SNB-Leitzins unverändert bei 0%
Die Nationalbank belässt den SNB-Leitzins unverändert bei 0%. Sichtguthaben der Banken bei der SNB werden bis zu einer bestimmten Limite zum SNB-Leitzins verzinst. Der Zinsabschlag auf Sichtguthaben oberhalb dieser Limite beträgt nach wie vor 0,25 Prozentpunkte. Angesichts des Konflikts im Nahen Osten ist die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt zu intervenieren, erhöht. Damit wirkt die Nationalbank einer raschen und übermässigen Aufwertung des Frankens entgegen, welche die Preisstabilität in der Schweiz gefährden würde.
Die bedingte Inflationsprognose liegt für die nächsten Quartale wegen des Anstiegs der Energiepreise höher als im Dezember. Der mittelfristige Inflationsdruck hat sich gegenüber der letzten Lagebeurteilung aber kaum verändert. Die Geldpolitik trägt dazu bei, die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten, und stützt die Wirtschaftsentwicklung. Die Nationalbank wird die Lage weiter genau beobachten und die Geldpolitik wenn nötig anpassen, um die Preisstabilität in der mittleren Frist sicherzustellen.
Die Inflation stieg seit der letzten Lagebeurteilung wie erwartet leicht an, von 0,0% im November auf 0,1% im Februar. Zu diesem Anstieg hat insbesondere eine höhere Warenteuerung beigetragen.
Mit den aufgrund der Eskalation im Nahen Osten gestiegenen Energiepreisen dürfte die Inflation in den nächsten Quartalen stärker zunehmen. Entsprechend liegt die bedingte Inflationsprognose in der kurzen Frist höher als im Dezember. In der mittleren Frist ist sie aufgrund des stärkeren Frankens leicht tiefer. Die Prognose befindet sich über den gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität. Sie liegt im Jahresdurchschnitt bei 0,5% für 2026, 0,5% für 2027 und 0,6% für 2028. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum 0% beträgt.
Die Weltwirtschaft wuchs im vierten Quartal solide. Die Inflation blieb in den USA erhöht. In der Eurozone hingegen lag sie weiterhin nahe am Zielwert der Zentralbank. Die Leitzinsen wurden in beiden Währungsräumen unverändert belassen.
Die Unsicherheit bezüglich des Wirtschaftsausblicks hat mit dem Konflikt im Nahen Osten deutlich zugenommen. In ihrem Basisszenario geht die Nationalbank davon aus, dass der Anstieg der Energiepreise die Inflation in vielen Ländern kurzfristig erhöht. Zudem dürfte sich das Wachstum der Weltwirtschaft vorübergehend etwas verlangsamen.
Der Ausblick für die Weltwirtschaft unterliegt bedeutenden Risiken, insbesondere aufgrund der Situation im Nahen Osten. So könnten die Energiepreise stärker ansteigen als im Basisszenario erwartet, was die Inflation deutlich erhöhen und das Wirtschaftswachstum merklich bremsen würde. Auch mögliche Lieferkettenprobleme und die gestiegene Unsicherheit könnten auf dem Wachstum lasten. Neben der Situation im Nahen Osten bleibt zudem auch der handelspolitische Ausblick weiterhin unsicher.
In der Schweiz wuchs das Bruttoinlandprodukt (BIP) im vierten Quartal wieder, nachdem es im Vorquartal zurückgegangen war. Die Arbeitslosigkeit lag im Februar auf dem gleichen Niveau wie zum Zeitpunkt der letzten Lagebeurteilung.
Für die kommenden Monate sind die Wirtschaftsaussichten für die Schweiz unsicher. In der kürzeren Frist könnte das Wachstum eher verhalten ausfallen, mittelfristig ist eine gewisse Belebung zu erwarten. Für das Gesamtjahr 2026 geht die Nationalbank aktuell von einem Wachstum von rund 1% aus, gefolgt von rund 1,5% im Jahr 2027.
Das Hauptrisiko für die Wirtschaftsaussichten in der Schweiz ist die Entwicklung der Weltwirtschaft. Insbesondere könnte die Situation im Nahen Osten die globale Wirtschaftsaktivität bremsen.
Quelle: snb.ch