Der Schweizer Franken, seine Wechselwirkung mit anderen Währungen und die Auswirkungen auf die Zinsen. Ein Vergleich zum Jahresausklang.

Vergleichen ist schon lange im Trend – nicht nur bei der Hypothek. So wird auch die eigene Währung mit anderen Währungen verglichen. Am liebsten stellen wir den Schweizer Franken dem Euro und dem US Dollar gegenüber. Im 2020 fällt auf, dass sich der US Dollar gegenüber dem Schweizer Franken abgeschwächt hat. So lag der Wechselkurs zu Jahresbeginn bei 1 zu 1 (1 Schweizer Franken = 1 US Dollar) und aktuell bei 0.89, also 0.11 tiefer als Anfang 2020.

In der gleichen Zeit ist der USD 3 Monats Libor von 1.90% auf 0.24% gefallen, also um sage und schreibe 1.66%. Damit profitiert der US Dollar zwei Mal. Einerseits wirtschaftlich, weil die Exporte günstiger werden, andererseits mit tieferen Zinskosten, weil die Investitionsfinanzierungen günstiger werden.

Für andere Länder wie die Schweiz wirkt sich dies aber nachteilig aus und führt zu einer Aufwertung der eigenen Währung. Dies wiederum verteuert die Exporte und gefährdet das Wirtschaftswachstum. Eine Abschwächung der eigenen Währung muss her, indem die Geldmenge überproportional ausgeweitet wird oder die Zinsen gesenkt werden.

Gut erkennbar, hat zweiteres zwischen März und Dezember stattgefunden. So ist der Schweizer Franken 3 Monats Libor von minus 0.58% auf minus 0.79%, also um 0.21% gefallen.

Eine vergleichbare Entwicklung ist zwischen März und Dezember 2020 im Euro erfolgt. So ist der Euro 3 Monats Libor von minus 0.15% auf minus 0.56%, d.h. um 0.41%, gesunken. Gut erkennbar, sind die Euro-Zinsen im 2020 stärker zurück gegangen als die Schweizer Franken Zinsen, was mit dem Anstieg des Euro/CHF-Wechselkurses von 1.05 (Tiefpunkt im 2020) auf aktuell 1.09 kompensiert wurde.

Unsere Prognose: Das Schweizer Franken Zinsniveau wird auch in den nächsten Monaten von der Wechselkurs- und Zinsentwicklung geprägt sein. Erst wenn die Zinsen für den Euro und den US Dollar steigen, wird das Schweizer Franken Zinsniveau Gleiches tun (müssen). Nachdem die Anzeichen dazu schlecht stehen, dürften wir uns auf noch länger anhaltend tiefe Zinsen gefasst machen. Gut für Immobilienbesitzer und Hypothekarnehmer, oder?

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