Die Nationalbank führt ihre expansive Geldpolitik unverändert fort. Sie sichert so die Preisstabilität und unterstützt die Erholung der Schweizer Wirtschaft von den Folgen der Corona-Pandemie.

Die Nationalbank belässt den SNB-Leitzins und den Zins auf Sichtguthaben bei der SNB bei −0,75% und ist nach wie vor bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, um dem Aufwertungsdruck auf den Franken entgegenzuwirken. Dabei berücksichtigt sie die gesamte Währungssituation. Der Franken ist weiterhin hoch bewertet.

Die neue bedingte Inflationsprognose der SNB liegt für dieses und nächstes Jahr leicht über der Prognose vom September. Der Hauptgrund dafür sind höhere Importpreise, vor allem für Erdölprodukte und für Waren, die von globalen Lieferengpässen betroffen sind. In der längeren Frist ist die Inflationsprognose gegenüber jener vom September praktisch unverändert. Für 2021 liegt die neue Prognose bei 0,6%, für 2022 bei 1,0% und für 2023 bei 0,6%. Die bedingte Inflationsprognose beruht auf der Annahme, dass der SNB Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum bei −0,75% bleibt.

Die Corona-Pandemie prägt die internationale Wirtschaftslage weiterhin. Die globale Wirtschaftserholung hat sich im dritten Quartal aufgrund von lokalen Ansteckungswellen und Lieferengpässen in verschiedenen Branchen der Industrie etwas abgeschwächt. Gleichzeitig lag die Teuerung sowohl in den USA als auch in der Eurozone auf ungewohnt hohen Niveaus. Dabei spielten neben den Lieferschwierigkeiten auch gestiegene Energiepreise eine wichtige Rolle.

Die SNB geht in ihrem Basisszenario für die Weltwirtschaft davon aus, dass trotz der aktuell ungünstigen Pandemieentwicklung keine erneuten weitreichenden Eindämmungsmassnahmen erforderlich sein werden. Die Konjunkturerholung sollte sich somit fortsetzen, wenn auch etwas gedämpft. Gleichzeitig dürften Lieferengpässe noch einige Zeit bestehen bleiben und zu Preiserhöhungen bei betroffenen Waren führen. Mittelfristig dürfte sich diese Situation aber entspannen und die Inflation im Ausland wieder auf moderatere Niveaus zurückfallen.

In der Schweiz hat sich die wirtschaftliche Erholung fortgesetzt. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) nahm im dritten Quartal erneut kräftig zu und lag damit erstmals über seinem Vorkrisenniveau. Auch am Arbeitsmarkt verbesserte sich die Lage weiter. Das BIP dürfte dieses Jahr um rund 3,5% wachsen. Dies ist leicht stärker, als die SNB im September erwartet hatte, da sich einige Dienstleistungsbranchen wie das Gastgewerbe dynamischer als damals angenommen entwickelt haben. Zuletzt verlor die Konjunktur allerdings wieder etwas an Schwung.

In ihrem Basisszenario für die Schweiz geht die Nationalbank davon aus, dass sich die Konjunkturerholung nächstes Jahr fortsetzt. Dahinter steht auch die Annahme, dass keine Massnahmen ergriffen werden müssen, welche die Wirtschaftsaktivität zusätzlich beeinträchtigen würden. Vor diesem Hintergrund rechnet die Nationalbank für 2022 mit einem BIP-Wachstum von rund 3%. Die Arbeitslosigkeit dürfte noch einmal etwas zurückgehen, und die Auslastung der Produktionskapazitäten sollte sich weiter normalisieren. Die jüngste Verschärfung der Pandemielage hat die Unsicherheit über die Prognosen sowohl für das Ausland als auch für die Schweiz wieder vergrössert. Die konjunkturelle Entwicklung hängt über die nächsten Quartale massgeblich davon ab, welche zusätzlichen Eindämmungsmassnahmen in den betroffenen Ländern ergriffen werden.

Die Hypothekarkredite und Wohnliegenschaftspreise sind in den letzten Quartalen stark angestiegen. Insgesamt hat die Verwundbarkeit des Hypothekar- und Immobilienmarkts weiter zugenommen. Die Nationalbank prüft regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer reaktiviert werden muss.

Quelle: snb.ch

Einschätzung der Oxifina

Nachdem die US Notenbank von ihrer ultra lockeren Geldpolitik abkommt, ist es eine Frage der Zeit, bis die Europäische Nationalbank und die Schweizerische Nationalbank das Gleiche tun werden. Es gilt, die weitere Entwicklung der Geldpolitik der Nationalbanken und der Hypothekarzinsen zu beobachten und sich Marktopportunitäten nicht entgehen zu lassen.

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