Die US-Notenbank Federal Reserve hebt wie erwartet die Leitzinsen um 0,25% an. Es handelt sich um den ersten Zinsschritt nach oben in mehr als drei Jahren.
Die US-Notenbank Fed verabschiedet sich vom Niedrigzins und will sich dieses Jahr mit Macht gegen die rasant steigende Inflation stemmen. Sie erhöhte den geldpolitischen Schlüsselsatz am 16. März 2022 um einen Viertel Punkt auf die neue Zielspanne von 0,25% bis 0,50%.
Der Schritt kam fast auf den Tag genau zwei Jahre, nachdem sie ihn nach dem Corona-Schock an die Null-Linie gedrückt hatte. Die trotz der Schockwellen des Ukraine-Krieges vollzogene Kehrtwende markiert eine Zäsur für die Finanzmärkte, die über Jahre vom ultra-lockeren Kurs der Fed profitierten.
Diese straffte ihn nun erstmals seit Ende 2018. Die Währungshüter signalisierten zugleich, dass ein wahres "Zins-Stakkato" folgen wird. Für Ende 2022 halten sie im Mittel ein Leitzinsniveau in einer Spanne von 1,75% bis 2% für angemessen.
Die Verbraucherpreise in den USA waren zuletzt mit 7,9% so kräftig gestiegen wie seit 40 Jahren nicht mehr. Die Folgen des Krieges in der Ukraine dürften nach Einschätzung der Fed für weiteren Auftrieb sorgen und zugleich auch das US-Wirtschaftswachstum belasten. Analysten verweisen auf die Gefahr einer Energiekrise.
Wann folgt die EZB?
Neben den ins Auge gefassten Zinserhöhungen will die Fed dieses Jahr zudem ihre in der Corona-Pandemie auf fast neun Billionen US Dollar aufgeblähte Bilanz eindampfen, womit den Märkten Liquidität entzogen würde. Laut Fed soll damit auf einem "kommenden Treffen" begonnen werden. Die nächsten Zins-Sitzungen stehen im Mai und Juni an.
Angesichts der von der Fed eingeleiteten Zinswende sehen Spitzenvertreter der deutschen Wirtschaft auch die Europäische Zentralbank (EZB) unter Zugzwang: Höhere US-Zinsen würden laut dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Kapital in die USA und den Dollarkurs nach oben ziehen. "Eine ungünstige Euro-Kursentwicklung könnte die importierte Inflation weiter anfachen", so Aussenwirtschaftschef Volker Treier. Aus Sicht der deutschen Wirtschaft wäre deshalb wichtig, dass die EZB im Jahresverlauf eine massvolle Zinserhöhung einleite.
Quelle: cash.ch
Einschätzung der Oxifina
Die Abkehr einer ultralockeren Geldpolitik ist damit eingeläutet. Die Frage ist nicht mehr, ob die Europäische Nationalbank und die Schweizerische Nationalbank den Leitzins anheben werden, sondern wann. Hypothekarnehmer empfehlen wir, die Entwicklung der Wechselkurse und Zinsen zu überwachen oder überwachen zu lassen. Von übereilten Hypothekenabschlüssen raten wir ab. So ist der Zinsschritt der US Notenbank und auch der bevorstehende Schritt der Schweizerischen Nationalbank in den Marktzinsen für mittlere und längere Laufzeiten bereits eingepreist. Trotzdem: Immobilienbesitzer sollten Ausschau nach Opportunitäten halten, vergleichen und verhandeln. Wer keine Zeit hat, übergibt die Hypothek einem unabhängigen Finanzierungsspezialisten, der die Arbeit übernimmt. Damit lässt sich die Hypothek nachhaltig absichern und viel Geld sparen. Das lohnt sich!