Die US-Notenbank Fed drosselt ihr Zinserhöhungstempo und sieht sich im Kampf gegen die Inflation dennoch längst nicht am Ziel.

Sie hob den Leitzins am 14. Dezember 2022 um einen halben Prozentpunkt an - auf die neue Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent. Zuvor hatte sie vier Mal in Folge noch grössere Zinsschritte gemacht - um jeweils 0,75 Prozentpunkte. Fed-Chef Jerome Powell signalisierte nach dem Zinsbeschluss, dass weitere Erhöhungen nötig werden dürften: "Wir werden Kurs halten, bis die Arbeit erledigt ist." Die Währungshüter veranschlagen in ihrem aktualisierten Zinsausblick für Ende 2023 im Mittel ein Leitzinsniveau von 5,1 Prozent und damit einen halben Punkt mehr als noch im September avisiert.

Laut Powell konzentrieren sich die Währungshüter im Moment darauf, den Zins auf ein Niveau zu hieven, das die Wirtschaft ausreichend bremst. Damit soll die Rückkehr der Inflation zum Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank im Laufe der Zeit sichergestellt werden: "Es geht nicht um Zinssenkungen", betonte der Notenbankchef. Er dämpfte damit Hoffnungen an den Finanzmärkten, dass die Fed in der zweiten Jahreshälfte 2023 den Preis für geliehenes Geld wieder senken könnte.

Zinsgipfel bald erreicht?

Erst 2024 wird es nach der aktualisierten Projektion der US-Währungshüter mit dem Zinsniveau auf 4,1 Prozent nach unten gehen. "Die Mehrzahl der US-Währungshüter hält eine Lockerung der Geldpolitik frühestens im Jahr 2024 für vertretbar.

Viele Experten erwarten allerdings, dass zumindest der Zinsgipfel in wenigen Monaten erreicht sein dürfte. Im ersten Quartal dürfte die Fed auf ihren beiden Sitzungen den Leitzins um jeweils 25 Basispunkte anheben.

Dazu passt, dass die Notenbank eher pessimistisch auf die Konjunktur blickt. Die Fed-Oberen erwarten, dass die US-Wirtschaftsleistung im nächsten Jahr nur um magere 0,5 Prozent zulegt. Dies sei allerdings kein Konjunkturbild, das mit einem Rezessions-Szenario übereinstimme, betonte Powell. Denn es werde immerhin ein kleines Wirtschaftswachstum erwartet. Zudem sei nicht damit zu rechnen, dass es im Zuge des Abschwungs zu Verwerfungen am Arbeitsmarkt mit einer Entlassungswelle komme.

Quelle: cash.ch

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