Die US-Notenbank Federal Reserve will nächstes Jahr den Leitzins drei Mal erhöhen. Zudem soll das Anleihenkaufprogramm weiter deutlich zurückgefahren werden.
Die US-Notenbank Fed reagiert auf die hohe Inflation und will schneller aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik aussteigen. Zum einen sollen die milliardenschweren Käufe von Wertpapieren wie Staatsanleihen schneller zurückgefahren werden. Zum anderen werden angesichts der hohen Inflation raschere Zinsanhebungen in Aussicht gestellt. An den Finanzmärkten wurden die Entscheidungen positiv aufgenommen.
Wie die Federal Reserve am 15. Dezember 2021 mitteilte, sollen die immensen Wertpapierkäufe im Januar um 30 Milliarden US-Dollar verringert werden. Das ist das doppelte der Summe, um die die Käufe im November und Dezember reduziert wurden. In den Monaten darauf seien Reduzierungen im selben Ausmass wahrscheinlich, sie sollen sich aber nach der wirtschaftlichen Lage richten.
Ursprünglich hatte die Fed pro Monat für 120 Milliarden Dollar je Monat Staatsanleihen und Hypothekenpapiere gekauft. Das sollte die Finanzierungsbedingungen günstig halten und die US-Konjunktur in der Corona-Pandemie stützen. Analysten hatten ein beschleunigtes Abschmelzen der Käufe wegen der hohen Inflation erwartet. Die erheblichen Käufe haben die Bilanz der Fed dramatisch auf zuletzt 8,6 Billionen US-Dollar aufgepumpt.
Angesichts der hohen Inflation signalisierte die Fed raschere Zinsanhebungen. Für kommendes Jahr rechnen die Notenbanker laut neuen Prognosen mit insgesamt drei Zinsschritten um jeweils 0,25 Prozentpunkte. Bisher wurde allenfalls eine Anhebung angedeutet. Im Jahr 2023 könnten laut den Projektionen drei Zinsanhebungen folgen, zwei weitere Anhebungen sind für 2024 signalisiert.
Fed-Chef Jerome Powell begründete das raschere Straffungstempo vor der Presse mit dem robusten Arbeitsmarkt und der hohen Inflation. Die Wertpapierkäufe dürften im März beendet sein. Auf Rückfrage sagte er, dass eine anschliessende Zinsanhebung vermutlich nicht lange auf sich warten lassen werde. Die Geldpolitik werde jedoch nicht ruckartig, sondern graduell gestrafft. Die wirtschaftliche Entwicklung solle durch die Geldpolitik weiter unterstützt werden.
Die erst unlängst entdeckte Corona-Variante Omikron, die als besonders ansteckend gilt, bezeichnete der Fed-Chef als konjunkturelles Risiko. Dennoch gingen er und seine Kollegen im FOMC weiter von einem soliden Wirtschaftswachstum aus.
Mit Blick auf die hohe Inflation räumte Powell ein, dass die coronabedingten Angebotsengpässe grösser seien und länger anhielten als gedacht. Zudem erfasse die Inflation mittlerweile eine grössere Anzahl an Gütern und Dienstleistungen. Die Lohnentwicklung sei bisher jedoch noch nicht betroffen. Ökonomen sehen grosse Inflationsgefahren, falls die Arbeitnehmer als Kompensation für die hohe Teuerung steigende Löhne durchsetzen wollen (Lohn-Preis-Spirale).
Die Inflation in den USA war im November auf 6,8 Prozent gestiegen. Das ist die höchsten Rate seit 39 Jahren. Bisher hatte die Fed die Entwicklung als grösstenteils übergangsweises, coronabedingtes Phänomen bewertet. Jetzt spricht sie lediglich davon, dass die hohe Inflation Folge eines pandemiebedingten Ungleichgewichts von Angebot und Nachfrage sowie weniger Corona-Beschränkungen sei.
Quelle: cash.ch
Einschätzung der Oxifina
Eine Korrektur der Geldpolitik der US Notenbank war überfällig – nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Inflationswerte. Zeitlich verzögert werden auch die Europäische Notenbank und die Schweizerische Nationalbank von ihrer ultralockeren Geldpolitik abweichen müssen, was ein leicht höheres Zinsniveau mit sich bringt. Davon sind auch Hypotheken betroffen. Darum gilt es, die weitere Zinsentwicklung wachsam zu überwachen und Opportunitäten nicht zu verpassen.