Die Europäische Zentralbank (EZB) pausiert auch im neuen Jahr und lässt die Leitzinsen erneut unverändert.

Die Hüter des Euro um EZB-Präsidentin Christine Lagarde beschlossen am 25. Januar 2024 auf ihrem ersten geldpolitischen Treffen 2024, den Schlüsselzins bei 4,50 Prozent zu belassen. Der am Finanzmarkt richtungsweisende Einlagensatz, den Geldhäuser für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, bleibt weiter auf dem Rekordniveau von 4,00 Prozent. «Die zukünftigen Beschlüsse des EZB-Rats werden dafür sorgen, dass die Leitzinsen so lange wie erforderlich auf ein ausreichend restriktives Niveau festgelegt werden», erklärten die Währungshüter. Hinweise darauf, wann mit der ersten Zinssenkung zu rechnen sei, gaben sie in ihrer Mitteilung nicht.

Die EZB teilte mit, sei werde bei der Festlegung der richtigen Höhe und Dauer des restriktiven Niveaus auch künftig einen datengestützten Ansatz verfolgen. Die Euro-Wächter hatten im Kampf gegen die hohe Inflation seit Sommer 2022 zehnmal in Serie die Zinsen angehoben, zuletzt geschah dies im September. Seitdem blieb sie auf dem erreichten Zinsplateau, da die Inflation inzwischen deutlich nachgelassen hat. Lagarde hatte in Davos gesagt, die Notenbank befinde sich mittlerweile auf einem guten Weg, die Inflation in der Euro-Zone auf die angesteuerte Zielmarke von 2,0 Prozent zurückzudrängen. Es sei aber noch zu früh, den Sieg zu erklären.

Konjunktursorgen

Die Inflation lag im Dezember bei 2,9 Prozent - noch im Herbst 2022 war die Teuerung zeitweise auf über zehn Prozent geklettert. Das Inflationsziel der EZB rückt damit wieder näher. Der Beschluss einer erneuten Zinspause dürfte aber auch davon beeinflusst worden sein, dass die Konjunktur im Euroraum derzeit eine Schwächephase durchläuft. Deutschland, die grösste Volkswirtschaft in der Euro-Zone, steckt laut dem Präsidenten des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, in der Rezession fest.

Die EZB will aber tunlichst vermeiden, dass die Konjunktur im Euroraum komplett abgewürgt wird. Laut EZB-Vizepräsident Luis de Guindos könnte die Euro-Zone vor der Jahreswende in eine technische Rezession abgerutscht sein, wie er unlängst sagte. Im Sommerquartal war das Bruttoinlandsprodukt bereits um 0,1 Prozent geschrumpft. Wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge zurückgeht, sprechen Volkswirte von einer technischen Rezession.

Quelle: cash.ch

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