Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei ihrem ersten Zinstreffen des Jahres in Frankfurt den Leitzins für den Euro um 0.5 Prozentpunkte erhöht. Damit liegt der Leitzins nun bei 3 Prozent. Für die nächste geldpolitische Sitzung am 16. März ist bereits eine weitere Zinserhöhung in Aussicht gestellt worden.

Den Kurs hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde schon im Dezember skizziert: «Wir müssen eine längere Strecke gehen.» Im Januar hatte Lagarde die Entschlossenheit der Notenbank bekräftigt: Die Zinsen müssten «noch deutlich und stetig steigen», um die Inflation ausreichend einzudämmen, sagte die Französin.

Zielmarke weit entfernt

Die EZB strebt für den Euroraum mittelfristig Preisstabilität bei einer Teuerungsrate von zwei Prozent an. Diese Zielmarke ist seit Monaten weit entfernt. Im Januar schwächte sich der Preisauftrieb zwar erneut ab, dennoch lagen die Verbraucherpreise im Währungsraum einer ersten Schätzung der Statistikbehörde Eurostat zufolge um 8.5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

In Deutschland beispielsweise lag die Inflationsrate im Dezember bei 8.6 Prozent. Vor allem hohe Energie- und Lebensmittelpreise heizen dort die Teuerung an.

Kaufkraft wird geschmälert

Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, sie können sich für einen Euro weniger leisten. Steigende Zinsen können hohen Teuerungsraten entgegenwirken, weil sich Kredite verteuern und dies die Nachfrage bremst. Zugleich können höhere Zinsen aber die Wirtschaftsentwicklung im Währungsraum der inzwischen 20 Länder dämpfen, der seit Monaten mit den Folgen des Ukraine-Krieges und einem massiven Anstieg der Energiepreise zu kämpfen hat.

Der sogenannte Einlagensatz, den Banken für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, steigt nach der Entscheidung des EZB-Rates vom Donnerstag auf 2.50 Prozent. Seit der Kursänderung der EZB im Juli profitieren Sparer von steigenden Zinsen für Tages- und Festgeld. Allerdings mindert die hohe Inflation die Erträge.

Quelle: srf.ch

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