Die Nationalbank belässt den SNB-Leitzins unverändert bei 1,75%. Sichtguthaben der Banken bei der SNB werden bis zu einer bestimmten Limite zum SNB-Leitzins und oberhalb dieser Limite zu 1,25% verzinst. Zudem ist die Nationalbank bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv zu sein.

Der Inflationsdruck hat über das letzte Quartal leicht abgenommen. Die Unsicherheit bleibt aber hoch. Die Nationalbank wird die Inflationsentwicklung deshalb weiter genau beobachten und die Geldpolitik wenn nötig anpassen, um sicherzustellen, dass die Inflation mittelfristig im Bereich der Preisstabilität bleibt.

Die Inflation lag im November bei 1,4% und damit etwas tiefer als in den Vormonaten. Der leichte Rückgang war vor allem auf eine geringere Teuerung bei Waren und bei Dienstleistungen im Tourismusbereich zurückzuführen. Für die kommenden Monate ist jedoch zu erwarten, dass die Inflation aufgrund von höheren Strompreisen und Mieten sowie der Anhebung der Mehrwertsteuer wieder etwas zunehmen wird.

Die neue bedingte Inflationsprognose liegt unterhalb derjenigen vom September. In der kurzen Frist ist dies auf die zuletzt tiefer als erwartet ausgefallene Teuerung zurückzuführen. In der mittleren Frist führen ein tieferer Inflationsdruck aus dem Ausland und etwas geringere Zweitrundeneffekte zu einer Abwärtsrevision. Die Inflationsprognose liegt über den gesamten Prognosezeitraum im Bereich der Preisstabilität (vgl. Grafik). Im Jahresdurchschnitt liegt die prognostizierte Inflation bei 2,1% für 2023, 1,9% für 2024 und 1,6% für 2025. Die Prognose beruht auf der Annahme, dass der SNB-Leitzins über den gesamten Prognosezeitraum 1,75% beträgt.

Die Weltwirtschaft wuchs im dritten Quartal dieses Jahres stärker als erwartet. Die Inflation bildete sich in den vergangenen Monaten in den meisten Ländern deutlich zurück. Vor diesem Hintergrund verzichteten die Zentralbanken vielerorts auf eine weitere Straffung der Geldpolitik. Da die Inflation weiterhin über den jeweiligen Zielwerten liegt, dürfte die Geldpolitik in vielen Ländern vorerst restriktiv bleiben.

Die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft in den kommenden Quartalen sind nach wie vor verhalten. Der Inflationsdruck dürfte weiter nachlassen.

Dieses Szenario für die Weltwirtschaft unterliegt nach wie vor grossen Risiken. Die Inflation könnte in einigen Ländern länger erhöht bleiben und dort eine weitere Straffung der Geldpolitik notwendig machen. Ebenso könnte sich die Energiesituation in Europa im Laufe des Winters verschärfen, und die geopolitischen Spannungen könnten zunehmen. Es ist daher nicht auszuschliessen, dass sich die globale Wachstumsdynamik deutlicher abschwächen wird als angenommen.

In der Schweiz wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal dieses Jahres moderat. Der Dienstleistungssektor expandierte erneut, während die Wertschöpfung in der Industrie stagnierte. Die Arbeitslosigkeit stieg etwas an, und die gesamtwirtschaftlichen Produktionskapazitäten waren nur noch leicht überdurchschnittlich ausgelastet.

In den kommenden Quartalen dürfte das Wachstum schwach ausfallen. Dämpfend wirken die verhaltene Nachfrage aus dem Ausland und die strafferen Finanzierungsbedingungen. Insgesamt dürfte das BIP in der Schweiz dieses Jahr um rund 1% wachsen. Für das Jahr 2024 erwartet die Nationalbank aktuell ein Wachstum zwischen 0,5 und 1%. In diesem Umfeld dürfte die Arbeitslosigkeit ihren graduellen Anstieg fortsetzen und die Auslastung der Produktionskapazitäten sich weiter etwas zurückbilden.

Wie für das Ausland unterliegt auch die Prognose für die Schweiz grosser Unsicherheit. Hauptrisiko ist eine ausgeprägtere konjunkturelle Abschwächung im Ausland.

Am Hypothekar- und Immobilienmarkt hat die Dynamik über die letzten Quartale spürbar abgenommen. Die Verwundbarkeiten an diesen Märkten bestehen aber nach wie vor.

Quelle: snb.ch

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