Anhaltend tiefe Kreditzinsen legen die Vermutung nahe, dass eine weitere Senkung des Referenzzinssatzes ansteht. Wir erläutern, wieso eine weitere Reduktion kurzfristig nicht erfolgen wird.
Für Mietzinsanpassungen gilt seit September 2008 der hypothekarische Referenzzinssatz. Dieser stützt sich auf den hypothekarischen Durchschnittszinssatz der Banken und wird anfangs März, Juni, September und Dezember publiziert. Im Jahre 2008 betrug er noch 3.5%. Seitdem ist der Referenzzinssatz nur noch gesunken, letztmals anfangs März 2020 von 1.5% auf 1.25%.
Wir rechnen damit, dass der hypothekarische Referenzzinssatz erst in 2 ½ Jahren, d.h. Mitte 2023, von 1.25% auf 1% sinkt. Dies aufgrund des anhaltend tiefen Zinsniveaus, auf welchem sich Kreditnehmer refinanzieren können. Gut für Vermieter, welche noch länger von günstigen Kreditbedingungen profitieren können. Gut aber auch für Mieter, welche in den Genuss einer Mietzinsreduktion kommen.
Aber aufgepasst: Sollten sich die Anzeichen einer höheren Inflation bestätigen und die Zinsen steigen, dann werden sich die Hypotheken verteuern, bevor die Mietzinsen aufgrund des steigenden hypothekarischen Referenzzinssatz angepasst werden können. Denn auch steigende Zinsen wirken sich verzögert auf den Referenzzinssatz aus.
Wir empfehlen Immobilienbesitzer auf der Hut zu bleiben und nach Hypothekenschnäppchen Ausschau zu halten. Dabei gilt es, entweder langlaufende, absolut günstige Immobilienkredite oder kurzlaufende, überwachte Hypotheken abzuschliessen.
